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Sonntag, 27. Mai 2012

...muss das FBI den Streit um eine Nase schlichten

Der Politiker Sigifredo López soll seine eigene Entführung vor zehn Jahren mit organisiert haben: In einem Farc-Video erklärt ein Mann den Grundriss des Landtags, aus dem die Guerilla kurz darauf zwölf Abgeordnete holte; elf von ihnen brachten die Rebellen nach fünf Jahren Gefangenschaft um, nur López überlebte und wurde 2009 freigelassen – ob er wirklich der Komplize war, der in den Aufnahmen zu sehen ist, soll nun das FBI klären.


Für hispanohablantes: ein Ausschnitt aus einer Nachrichtensendung der letzten Woche. Auf Deutsch fasst den Fall ganz gut die Basler Zeitung zusammen. 


Nachtrag vom 28.05. Weder der gestrige Eintrag noch der Artikel der Basler Zeitung lösen auf, was das alles mit einer Nase zu tun hat (danke, Konnie!): In dem Video lässt sich nur ein kurzer Blick auf das Profil des Verdächtigen erhaschen, in dem zunächst die Ermittler und später auch Experten die Nase von Sigifredo López erkannt haben wollen – seitdem machen sich hier alle darüber lustig (und nutzen die Gelegenheit, prominente Zinken abzubilden) selbst heute gab es noch zwei neue Karikaturen in den Tageszeitungen El Tiempo und El Espectador.

"Herr Hauptmann, ich folge einer verdächtigen Nase" – Matador spielt auf Juan Lozano an, den Chef von Uribes Partei "La U"

Betto in El Espectador

Montag, 7. Mai 2012

...haben die Farc per Twitter zugegeben, Langlois zu haben

Die Guerilla twittert sicher nicht aus der Hauptstadt, aber hier haben Medien wie Semana und El Tiempo die vermeintlichen Rebellentweets optimistisch aufgenommen – heute kam allerdings eine offizielle Erklärung hinterher, dass der französische Journalist erst freigelassen werde, wenn es eine "nationale und internationale Debatte über die Informationsfreiheit"* gebe.

Der neunte Teil des comunicado, das gestern Mittag Hoffnung bereitete: "Und schließlich informieren wir, dass der Kriegsgefangene Romeo Langlois, französischer Journalist, bald unversehrt freigelassen werden wird." 

* aus Sicht der Farc befolgen Journalisten, die die Armee auf ihre militärischen Einsätze mitnimmt, nämlich nicht den Grundsatz einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung, sondern "den der Manipulation" (periodistas que las fuerzas armadas llevan consigo en sus operaciones militares no cumplen el propósito principal de informar sobre la realidad, sino el de manipular)

Montag, 30. April 2012

...rätseln die Medien über den Verbleib eines Reporters

Roméo Langlois vom französischen Fernsehsender France 24 hatte die kolumbianische Armee schon mehrfach bei Einsätzen begleitet: Am Samstag jedoch eröffneten Farc-Rebellen plötzlich das Feuer, wobei sie drei Soldaten und einen Polizisten töteten und mehrere weitere Menschen verletzten – darunter den Journalisten, der seitdem als verschwunden gilt.


Update vom 1. Mai: Inzwischen scheint Klarheit darüber zu herrschen, dass die Farc Langlois tatsächlich als "Kriegsgefangenen" halten – eigentlich hatten sie angekündigt, die Praxis der politisch motivierten Entführungen aufzugeben.

Montag, 27. Februar 2012

...hoffen die Menschen auf ein Ende der Farc-Entführungen

Die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia haben gestern angekündigt, ihre restlichen Opfer (zehn Soldaten und Schätzungen zufolge etwa 400 Zivilisten) im März freizulassen und die Praxis der Lösegeld-Erpressungen aufzugeben – gleichzeitig lassen sie jedoch weiter Bomben hochgehen.

Nachtrag vom 28.02.2012: Was die zivilen Entführungsopfer angeht, gibt es sehr unterschiedliche Schätzungen – hier erklären zwei NGOs, warum. Außerdem muss ich korrigieren: Die Freilassung bis Ende März haben die Farc bisher nur für die Uniformierten angekündigt.

Donnerstag, 23. Februar 2012

...spricht kaum noch jemand von Ingrid Betancourt

Heute vor zehn Jahren entführten Farc-Rebellen die damalige Präsidentschaftskandidatin der Grünen: Da sie den Staat nach ihrer Befreiung auf Schadensersatz verklagen wollte, haben viele Landsleute ihren Respekt für die Frankokolumbianerin verloren.