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Dienstag, 29. Mai 2012

...warnen Behörden vorm kolumbianischen Eyjafjallajökull

Weil der Nevado del Ruiz Asche spuckt, mussten heute vier Flughäfen geschlossen werden – die Alarmstufe wurde auf orange erhöht ("Ausbruch innerhalb von Tagen oder Wochen wahrscheinlich").

In die internationalen Schlagzeilen geriet der Vulkan im Jahr 1985, als eine Schlamm- und Schuttlawine fast 25.000 Menschen unter sich begrub, darunter Omayra Sánchez, die vor laufenden Kameras um ihr Leben kämpfte*. Quelle: ingeominas.gov.co

* Ein Bild der 13-Jährigen, die nach 60 Stunden starb, wurde damals Pressefoto des Jahres.

Montag, 28. Mai 2012

...hat eine Französin ein kleines "Nipplegate" ausgelöst

Eine Reihe von Geschäften weigert sich derzeit, die aktuelle Ausgabe des Kulturmagazins Arcadia auszulegen: Die Kritik gilt der entblößten Brust der französischen Künstlerin Orlan auf dem Titelbild – typisch kolumbianische Doppelmoral, wo das Playboy-Pendant SoHo nach einer Fernseh-Zeitschrift und einem Promi-Blättchen die dritthöchste Auflage erzielt.

Das Foto von Orlan, deren Kunst im Juni hier zu sehen sein wird, hat einen Boykott hervorgerufen. Quelle: revistaarcadia.com
PS: Außerdem gab es heute noch zwei wichtige Nachrichten: Der kolumbianische Vizepräsident Angelino Garzón ist bei der Wahl eines neuen Generaldirektors für die ILO in der vorletzten Runde ausgeschieden; und die Farc haben angekündigt, Roméo Langlois am Mittwoch freizulassen.

Freitag, 11. Mai 2012

...krönen die Medien einen "Tiger" zum König von Europa

Die Zeitungen schreiben, "unser Messi" sei der "König von Europa", und die Fans platzen vor Stolz: Der Kolumbianer Radamel Falcao García Zárate, der seine Fußball-Karriere als Dreizehnjähriger bei den Bogotaner Millonarios begann, hat Atlético Madrid zum UEFA-Pokal verholfen – und dabei mehrere Rekorde aufgestellt.

Der strenggläubige Falcao alias "El Tigre" bedankt sich nach Toren immer erst mal bei Gott.
Quelle: semana.com 



Montag, 30. April 2012

...rätseln die Medien über den Verbleib eines Reporters

Roméo Langlois vom französischen Fernsehsender France 24 hatte die kolumbianische Armee schon mehrfach bei Einsätzen begleitet: Am Samstag jedoch eröffneten Farc-Rebellen plötzlich das Feuer, wobei sie drei Soldaten und einen Polizisten töteten und mehrere weitere Menschen verletzten – darunter den Journalisten, der seitdem als verschwunden gilt.


Update vom 1. Mai: Inzwischen scheint Klarheit darüber zu herrschen, dass die Farc Langlois tatsächlich als "Kriegsgefangenen" halten – eigentlich hatten sie angekündigt, die Praxis der politisch motivierten Entführungen aufzugeben.

Samstag, 28. April 2012

...gab es schon wieder einen Säure-Anschlag auf eine Frau

Erst vorgestern sagte mir ein Anthropologe auf dem Weg nach San Agustín, dass auch Verbrechen kulturelle "Ideen" seien; als Beispiele nannte er für die kolumbianische Kultur: die altbekannten Entführungen und die neuerdings immer häufigeren Säure-Attacken - und heute lese ich, dass es von letzteren allein in der Hauptstadt dieses Jahr schon vier gegeben hat, die jüngste in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.*

Am Weltfrauentag machte El Espectador mit dem Thema auf.
 * Wir sprachen auch die Verantwortung der Medien an und die Frage, ob die ständige Berichterstattung diesen Trend nicht vielleicht sogar befeuert...

Sonntag, 8. April 2012

...enttäuscht der Ex-Guerillero als Bürgermeister

Ich bin drei Wochen länger hier als der ehemalige M19-Kämpfer im Amt und habe nicht den Eindruck, dass er bisher viel bewegt hat: Es herrscht eigentlich noch immer das gleiche Chaos.

Zum 100-tägigen Amtsjubiläum ist heute eine neue Ausgabe von Petros Stadtzeitung erschienen –
die natürlich eine etwas andere Bilanz zieht als die übrigen Medien*. 
* In El Espectador etwa analysieren Politikwissenschafler, Gustavo Petro habe zwar "einige gute Ideen" präsentiert, sich aber ansonsten vor allem mit "Allgemeinplätzen", "exzessivem Twittern" und einer "besorgniserregenden Flatterhaftigkeit" hervorgetan.

Dienstag, 3. April 2012

...dürfen Anzeigen keine Verjüngung mehr versprechen

Letzte Woche hat die Superintendencia de Industria y Comercio den Hersteller des Mittels Revertrex wegen irreführenden Marketings zu einer Geldstrafe und zum Rückzug seiner Werbung verdonnert – das Gesicht der Kampagne, die Diva Amparo Grisales, die hier den kolumbianischen Dieter Bohlen gibt, tingelt seitdem durch die Medien (traurigerweise bieten ihr auch seriöse Zeitschriften wie Semana ein Forum) und behauptet, selbst "der Beweis" zu sein, dass das Mittel wirkt.

Donnerstag, 22. März 2012

...feiert heute schon wieder ein Medium runden Geburtstag

El Espectador wird heute 125 Jahre alt und ist damit nur ein Jahr jünger als die Republik selbst: In einer dicken Beilage widmet sich die Redaktion einerseits der Vergangenheit*, andererseits drängenden Fragen der Zukunft, die sie von berühmten Leuten beantworten lässt.


Links die Titelseite der Erstausgabe vom 22. März 1887,
rechts die Namen der Menschen, die ihre Ideen beigesteuert haben:
von Madeleine Albright über Arianna Huffington, Dieter Kosslick und Achim Steiner bis Desmond Tutu 

* unter anderem auch Nobelpreisträger Gabriel García Márquez, der in dem Blatt – als 20-Jähriger – seine erste Kurzgeschichte veröffentlichte

Dienstag, 20. März 2012

...hat Semana heute ihren 30. Geburtstag gefeiert

Eigentlich war es keine Geburt, sondern eine Wiederbelebung: Schon von 1946 bis 1961 gab es in Kolumbien eine Zeitschrift namens Semana; 1982 gründete der Journalist und Präsidentensohn Felipe López Caballero das Nachrichtenmagazin neu – bis heute ist er stolzer Verleger der wirtschaftlich und politisch unabhängigen Publicaciones Semana mit sieben (trotz Krise erfolgreichen!) Magazintiteln*.




* Nachtrag vom 21.3. Um mal die Text-Bildschere aufzulösen: Die sieben Magazine heißen Semana, SoHo, Arcadia, Dinero, JetSet, Fucsia und Cocina – die Bilder sind ein paar Titelseiten nur von Semana, die mir in den letzten paar Jahren gefallen haben.

Dienstag, 21. Februar 2012

...haben Polizisten ein geklautes Handy gekauft – mit Drogen

Unten das Video – und weil ich mich heute nur schwer entscheiden konnte, außerdem ein paar Themen, über die die Haupstädter sonst noch so diskutieren:

- Erinnerung an "la silla vacía", das Ende des Friedensprozesses vor zehn Jahren
- der Unfall von Gustavo Petro, bei dem ein Eskortenpolizist vom Motorrad gefallen ist 
- das Tumorrezidiv von Hugo Chávez*




* Bei Noticias Caracol war diese Nachricht heute Abend sogar die Hauptmeldung, inkl. Live-Schalte zu einem kolumbianischen Onkologen... – die spinnen, die Kolumbianer. ;o)