| Das Foto von Orlan, deren Kunst im Juni hier zu sehen sein wird, hat einen Boykott hervorgerufen. Quelle: revistaarcadia.com |
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Montag, 28. Mai 2012
...hat eine Französin ein kleines "Nipplegate" ausgelöst
Eine Reihe von Geschäften weigert sich derzeit, die aktuelle Ausgabe des Kulturmagazins Arcadia auszulegen: Die Kritik gilt der entblößten Brust der französischen Künstlerin Orlan auf dem Titelbild – typisch kolumbianische Doppelmoral, wo das Playboy-Pendant SoHo nach einer Fernseh-Zeitschrift und einem Promi-Blättchen die dritthöchste Auflage erzielt.
PS: Außerdem gab es heute noch zwei wichtige Nachrichten: Der kolumbianische Vizepräsident Angelino Garzón ist bei der Wahl eines neuen Generaldirektors für die ILO in der vorletzten Runde ausgeschieden; und die Farc haben angekündigt, Roméo Langlois am Mittwoch freizulassen.
Sonntag, 27. Mai 2012
...muss das FBI den Streit um eine Nase schlichten
Der Politiker Sigifredo López soll seine eigene Entführung vor zehn Jahren mit organisiert haben: In einem Farc-Video erklärt ein Mann den Grundriss des Landtags, aus dem die Guerilla kurz darauf zwölf Abgeordnete holte; elf von ihnen brachten die Rebellen nach fünf Jahren Gefangenschaft um, nur López überlebte und wurde 2009 freigelassen – ob er wirklich der Komplize war, der in den Aufnahmen zu sehen ist, soll nun das FBI klären.
Für hispanohablantes: ein Ausschnitt aus einer Nachrichtensendung der letzten Woche. Auf Deutsch fasst den Fall ganz gut die Basler Zeitung zusammen.
Nachtrag vom 28.05. Weder der gestrige Eintrag noch der Artikel der Basler Zeitung lösen auf, was das alles mit einer Nase zu tun hat (danke, Konnie!): In dem Video lässt sich nur ein kurzer Blick auf das Profil des Verdächtigen erhaschen, in dem zunächst die Ermittler und später auch Experten die Nase von Sigifredo López erkannt haben wollen – seitdem machen sich hier alle darüber lustig (und nutzen die Gelegenheit, prominente Zinken abzubilden) selbst heute gab es noch zwei neue Karikaturen in den Tageszeitungen El Tiempo und El Espectador.
Für hispanohablantes: ein Ausschnitt aus einer Nachrichtensendung der letzten Woche. Auf Deutsch fasst den Fall ganz gut die Basler Zeitung zusammen.
Nachtrag vom 28.05. Weder der gestrige Eintrag noch der Artikel der Basler Zeitung lösen auf, was das alles mit einer Nase zu tun hat (danke, Konnie!): In dem Video lässt sich nur ein kurzer Blick auf das Profil des Verdächtigen erhaschen, in dem zunächst die Ermittler und später auch Experten die Nase von Sigifredo López erkannt haben wollen – seitdem machen sich hier alle darüber lustig (und nutzen die Gelegenheit, prominente Zinken abzubilden) selbst heute gab es noch zwei neue Karikaturen in den Tageszeitungen El Tiempo und El Espectador.
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| "Herr Hauptmann, ich folge einer verdächtigen Nase" – Matador spielt auf Juan Lozano an, den Chef von Uribes Partei "La U" |
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| Betto in El Espectador |
Dienstag, 15. Mai 2012
...hat heute Mittag eine Bombe die Stadt erschüttert
Es gab mindestens zwei Tote und mehr als 30 Verletzte, darunter der ultrarechte Ex-Innenminister Fernando Londoño, dem das Attentat wohl galt – wer es verübt hat, ist allerdings bis jetzt nicht klar.*
* Analysen und Spekulationen reichen von den Farc bis zur Rechten selbst; komplizierend kommt hinzu, dass ein paar Stunden vor dem Attentat eine andere Autobombe in der Nähe einer Polizeistation entschärft werden konnte, es außerdem zahlreiche Proteste gegen den heute in Kraft getretenen Freihandelsvertrag mit den USA gab und im Parlament endlich ein Marco para la Paz verabschiedet wurde, den Londoño am Morgen heftig kritisiert hatte – ob ein Zusammenhang besteht?
| Londoño nach dem Attentat. Quelle, diesmal unschwer zu erkennen: elespectador.com |
* Analysen und Spekulationen reichen von den Farc bis zur Rechten selbst; komplizierend kommt hinzu, dass ein paar Stunden vor dem Attentat eine andere Autobombe in der Nähe einer Polizeistation entschärft werden konnte, es außerdem zahlreiche Proteste gegen den heute in Kraft getretenen Freihandelsvertrag mit den USA gab und im Parlament endlich ein Marco para la Paz verabschiedet wurde, den Londoño am Morgen heftig kritisiert hatte – ob ein Zusammenhang besteht?
Montag, 7. Mai 2012
...haben die Farc per Twitter zugegeben, Langlois zu haben
Die Guerilla twittert sicher nicht aus der Hauptstadt, aber hier haben Medien wie Semana und El Tiempo die vermeintlichen Rebellentweets optimistisch aufgenommen – heute kam allerdings eine offizielle Erklärung hinterher, dass der französische Journalist erst freigelassen werde, wenn es eine "nationale und internationale Debatte über die Informationsfreiheit"* gebe.
* aus Sicht der Farc befolgen Journalisten, die die Armee auf ihre militärischen Einsätze mitnimmt, nämlich nicht den Grundsatz einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung, sondern "den der Manipulation" (periodistas que las fuerzas armadas llevan consigo en sus operaciones militares no cumplen el propósito principal de informar sobre la realidad, sino el de manipular)
Montag, 30. April 2012
...rätseln die Medien über den Verbleib eines Reporters
Roméo Langlois vom französischen Fernsehsender France 24 hatte die kolumbianische Armee schon mehrfach bei Einsätzen begleitet: Am Samstag jedoch eröffneten Farc-Rebellen plötzlich das Feuer, wobei sie drei Soldaten und einen Polizisten töteten und mehrere weitere Menschen verletzten – darunter den Journalisten, der seitdem als verschwunden gilt.
Update vom 1. Mai: Inzwischen scheint Klarheit darüber zu herrschen, dass die Farc Langlois tatsächlich als "Kriegsgefangenen" halten – eigentlich hatten sie angekündigt, die Praxis der politisch motivierten Entführungen aufzugeben.
Montag, 2. April 2012
...reden alle von zehn Geiseln und einem Nabelschwein
Heute haben die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia ihre letzten zehn uniformierten secuestrados* freigelassen: Nach mehr als zehn Jahren Gefangenschaft kehren damit vier Soldaten und sechs Polizisten zu ihren Familien zurück - einer von ihnen nicht allein, sondern in Begleitung eines süßen Pecarí, mit dem er sich offenbar im Urwald angefreundet hat.
* An zivilen Geiseln haben die Rebellen noch immer mehrere Hundert in ihrer Gewalt.
| Quelle: www.elespectador.com |
Montag, 27. Februar 2012
...hoffen die Menschen auf ein Ende der Farc-Entführungen
Die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia haben gestern angekündigt, ihre restlichen Opfer (zehn Soldaten und Schätzungen zufolge etwa 400 Zivilisten) im März freizulassen und die Praxis der Lösegeld-Erpressungen aufzugeben – gleichzeitig lassen sie jedoch weiter Bomben hochgehen.
Nachtrag vom 28.02.2012: Was die zivilen Entführungsopfer angeht, gibt es sehr unterschiedliche Schätzungen – hier erklären zwei NGOs, warum. Außerdem muss ich korrigieren: Die Freilassung bis Ende März haben die Farc bisher nur für die Uniformierten angekündigt.
Nachtrag vom 28.02.2012: Was die zivilen Entführungsopfer angeht, gibt es sehr unterschiedliche Schätzungen – hier erklären zwei NGOs, warum. Außerdem muss ich korrigieren: Die Freilassung bis Ende März haben die Farc bisher nur für die Uniformierten angekündigt.
Donnerstag, 23. Februar 2012
...spricht kaum noch jemand von Ingrid Betancourt
Heute vor zehn Jahren entführten Farc-Rebellen die damalige Präsidentschaftskandidatin der Grünen: Da sie den Staat nach ihrer Befreiung auf Schadensersatz verklagen wollte, haben viele Landsleute ihren Respekt für die Frankokolumbianerin verloren.
Dienstag, 21. Februar 2012
...haben Polizisten ein geklautes Handy gekauft – mit Drogen
Unten das Video – und weil ich mich heute nur schwer entscheiden konnte, außerdem ein paar Themen, über die die Haupstädter sonst noch so diskutieren:
- Erinnerung an "la silla vacía", das Ende des Friedensprozesses vor zehn Jahren
- der Unfall von Gustavo Petro, bei dem ein Eskortenpolizist vom Motorrad gefallen ist
- das Tumorrezidiv von Hugo Chávez*
* Bei Noticias Caracol war diese Nachricht heute Abend sogar die Hauptmeldung, inkl. Live-Schalte zu einem kolumbianischen Onkologen... – die spinnen, die Kolumbianer. ;o)
- Erinnerung an "la silla vacía", das Ende des Friedensprozesses vor zehn Jahren
- der Unfall von Gustavo Petro, bei dem ein Eskortenpolizist vom Motorrad gefallen ist
- das Tumorrezidiv von Hugo Chávez*
* Bei Noticias Caracol war diese Nachricht heute Abend sogar die Hauptmeldung, inkl. Live-Schalte zu einem kolumbianischen Onkologen... – die spinnen, die Kolumbianer. ;o)
Donnerstag, 9. Februar 2012
...gibt's einen Haftbefehl gegen den "Mann des Jahres 2004"
Gegen den ehemaligen Friedenskommissar Luis Carlos Restrepo wird wegen der vorgetäuschten demovilización einer Farc-Gruppe ermittelt – die vermeintlichen Guerilleros, die ihm vor laufenden Kameras ihre Waffen überreichten, waren Obdachlose und Arbeitslose in Uniform.
Freitag, 3. Februar 2012
...weigert sich die Presse, den Terror abzubilden
Nach zwei Bomben-Attentaten mit 18 Toten und mehr als 100 Verletzten innerhalb von 24 Stunden hat sich die Tageszeitung El Espectador heute mit großen Lettern geweigert, Fotos von den Farc-Anschlägen abzudrucken – das erst seit 2008 wieder täglich erscheinende Blatt hat seine eigene, traurige Geschichte mit der violencia im Land: 1986 ermordeten Pablo Escobars Auftragskiller den damaligen Chefredakteur Guillermo Cano Isaza, drei Jahre später zerstörte eine Bombe die Redaktionsräume.
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