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Montag, 6. August 2012

...wurde heute vor 474 Jahren die Stadt "Santa Fe" gegründet

Erst schlug er die Ureinwohner von Bacatá, dann gründete der Spanier Gonzalo Jiménez de Quesada am 6. August 1538 auf ihrem Territorium die Stadt Santa Fe – das heutige Bogotá.

Das Selbstbild im Jahr 2012: eine luftballonbunte "Hauptstadt der Diversität". Quelle: bogota.gov.co

Dienstag, 10. April 2012

...dreht sich nach und nach ein Karussell ins Gefängnis

Heute ist das zweite Urteil im Prozess gegen das carrusel de contratacionesgefallen: Nach dem ehemaligen technischen Direktor des Instituto de Desarrollo Urbano, einem Mann mit dem unschuldigen Namen Inocencio Meléndez, muss nun auch der Unternehmer Julio Gómez ein paar Jahre ins Gefängnis – beide haben riesige Summen öffentlicher Gelder** veruntreut, mit denen eigentlich u.a. die Transmilenio-Strecke Richtung Flughafen ausgebaut werden sollte.

So sah die Calle 26 aus, als vor zwei Jahren plötzlich auffiel, dass die Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig werden – noch immer ist weder die Straße durchgängig befahrbar noch die Transmilenio-Route eröffnet (sollte eigentlich 2010 soweit sein).




* ein Synonym für den größten Korruptionsskandal in der Geschichte der Hauptstadt, weswegen auch der ehemalige Bürgermeister Samuel Moreno seit September 2011 in U-Haft sitzt

** Schätzungen der Contralora General zufolge (dieses Amt entspricht in Deutschland etwa dem Präsidenten des Bundesrechnungshofes) beläuft sich der Schaden auf eine Billion Pesos – mehr als 400 Millionen Euro

Sonntag, 8. April 2012

...enttäuscht der Ex-Guerillero als Bürgermeister

Ich bin drei Wochen länger hier als der ehemalige M19-Kämpfer im Amt und habe nicht den Eindruck, dass er bisher viel bewegt hat: Es herrscht eigentlich noch immer das gleiche Chaos.

Zum 100-tägigen Amtsjubiläum ist heute eine neue Ausgabe von Petros Stadtzeitung erschienen –
die natürlich eine etwas andere Bilanz zieht als die übrigen Medien*. 
* In El Espectador etwa analysieren Politikwissenschafler, Gustavo Petro habe zwar "einige gute Ideen" präsentiert, sich aber ansonsten vor allem mit "Allgemeinplätzen", "exzessivem Twittern" und einer "besorgniserregenden Flatterhaftigkeit" hervorgetan.

Dienstag, 21. Februar 2012

...haben Polizisten ein geklautes Handy gekauft – mit Drogen

Unten das Video – und weil ich mich heute nur schwer entscheiden konnte, außerdem ein paar Themen, über die die Haupstädter sonst noch so diskutieren:

- Erinnerung an "la silla vacía", das Ende des Friedensprozesses vor zehn Jahren
- der Unfall von Gustavo Petro, bei dem ein Eskortenpolizist vom Motorrad gefallen ist 
- das Tumorrezidiv von Hugo Chávez*




* Bei Noticias Caracol war diese Nachricht heute Abend sogar die Hauptmeldung, inkl. Live-Schalte zu einem kolumbianischen Onkologen... – die spinnen, die Kolumbianer. ;o)

Donnerstag, 26. Januar 2012

...wird ein Exil-Journalist Chef des Stadtfernsehens

Der kolumbianische Journalist und Träger des Nürnberger Menschenrechtspreises Hollman Morris hat Gustavo Petros Angebot angenommen, die Leitung des städtischen TV-Senders Canal Capital zu übernehmen. Seine Rückkehr aus den USA, wo Morris mit seiner Familie lebt, stellt er jedoch unter "condiciones mínimas de seguridad", die er in den nächsten Tagen näher erläutern will.


Die aktuellste Folge der von Morris produzierten Sendung "Contravía".


Dienstag, 24. Januar 2012

...streiten Politiker auch über zwölf Schuljahre

Anders als in Deutschland geht es hier allerdings nicht darum, das dreizehnte abzuschaffen, sondern erst ein zwölftes einzuführen: Bürgermeister und Bildungssekretär wollen so die Chancen von Kindern verbessern, die eine öffentliche Schule* besuchen. Denn von 100 Schülern an einem colegio distrital erreichen nur fünf einen Uni-Abschluss (vier einen pregrado, einer einen posgrado). Kritiker bezweifeln, dass sich das ändern würde – schon das elfte Schuljahr beenden nur 58 Prozent.

* Wer es sich irgendwie leisten kann, schickt sein Kind auf eine der knapp 2000 Privatschulen.

Samstag, 14. Januar 2012

...beginnt heute die Stierkampf-Saison

Kolumbien hat eine lange toreo-Tradition, die (wie in anderen Ländern auch) nicht unumstritten ist: Gegen die erste corrida des Jahres haben heute Jugendliche demonstriert – den neuen Bürgermeister haben sie auf ihrer Seite: Gustavo Petro verzichtet auf seinen Ehrenplatz auf der Tribüne, streicht alle öffentlichen Zuschüsse und denkt über ein Verbot nach.

Montag, 9. Januar 2012

...soll abgerüstet werden

Die Diskussion ist uralt, doch der frisch gebackene Bürgermeister Gustavo Petro hat sie neu befeuert: Er will Zivilisten das Tragen von Waffen verbieten.

Nachtrag vom 10.01.2012: Heute fiel eine Entscheidung – ab Februar gilt das Verbot, erst mal für 90 Tage.

Sonntag, 1. Januar 2012

...ist jetzt ein Ex-Guerillero im Amt

Gerade hat der neue Bürgermeister Gustavo Petro seine Antrittsrede gehalten: Der Ex-Guerillero verspricht eine „menschlichere” Stadt.