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Sonntag, 13. Mai 2012

...sterben jede Woche zehn Menschen im Straßenverkehr

Eins dieser Opfer habe ich Freitagnacht gesehen, und der Anblick hat mich das ganze Wochenende nicht losgelassen – doch bei mehr als einem Unfalltoten am Tag ist es offenbar unmöglich, sich über einzelne Vorfälle zu informieren*.

*Die Polizei verbreitet über ihren Twitter-Account lieber Kitsch zum Muttertag.

Donnerstag, 5. April 2012

...ist es an Ostern herrlich still

Da in Kolumbien schon Kardonnerstag Gründonnerstag festivo ist – und die Bogotanos immer fluchtartig die Stadt verlassen, um vier Tage Sonne zu tanken (Montag müssen wieder alle ins Büro) – knattert, hupt und hämmert hier heute nichts: Die Vögel zwitschern sogar!

Dienstag, 13. März 2012

...fahren die Autos durchschnittlich 24 km/h*

In den letzten sechs Jahren hat sich die Zahl der PKW fast verdoppelt, während das Wegenetz nur um 2,7 Prozent gewachsen ist; inzwischen kriechen anderthalb Millionen Autos über knapp 15.000 Kilometer Straße (und – wild geschätzt – mindestens ebenso viele Schlaglöcher).

Unsere Straße, die "Carrera Quinta", zur Mittagszeit (morgens und abends ist es schlimmer).




* Diese Geschwindigkeit habe ich mir übrigens nicht ausgedacht.

Samstag, 3. März 2012

...ist heute ein simpler Plan grandios gescheitert

Um 18.30 Uhr habe ich Lina in der Soledad (A) abgeholt, um mit ihr zu Home Sentry* (Filiale B) zu fahren – zwei Stunden später hielten wir das erste Mal an: in meiner Tiefgarage (F).

Die hier eingezeichnete Strecke verbindet die einzelnen Ziele logisch miteinander – unser Weg war etwas verrückter... 

* Für den Laden mit diesem lächerlichen Namen fliegt hier seit drei Monaten ein 200-Euro-Gutschein rum, den ich heute endlich einlösen wollte. Leider verpassten wir die Ausfahrt und nahmen, bei dem verzweifelten Versuch zurückzufinden, einen riesigen Umweg durch die ganze Stadt, der – wie wir hinterher feststellten – an sämtlichen anderen Filialen (C, D und E) vorbeiführte.

Dienstag, 21. Februar 2012

...haben Polizisten ein geklautes Handy gekauft – mit Drogen

Unten das Video – und weil ich mich heute nur schwer entscheiden konnte, außerdem ein paar Themen, über die die Haupstädter sonst noch so diskutieren:

- Erinnerung an "la silla vacía", das Ende des Friedensprozesses vor zehn Jahren
- der Unfall von Gustavo Petro, bei dem ein Eskortenpolizist vom Motorrad gefallen ist 
- das Tumorrezidiv von Hugo Chávez*




* Bei Noticias Caracol war diese Nachricht heute Abend sogar die Hauptmeldung, inkl. Live-Schalte zu einem kolumbianischen Onkologen... – die spinnen, die Kolumbianer. ;o)

Montag, 20. Februar 2012

...beginnt die Fußgängerzone demnächst vor unserer Haustür

Eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen, die Carrera Séptima im Osten der Stadt, soll zwischen 26. Straße und Plaza Bolívar zur zona peatonal werden – die Straßenhändler sind sich nicht einig, was sie davon halten sollen.

Das Google-Maps-"A" ist die Plaza de Bolívar, das "B" das Colpatria-Hochhaus (auch links im Blog-Hintergrund),
beim roten Kreuz wohnen wir: Bald geht's also einfach durch den Park direkt in die Fußgängerzone – ich find's toll!

Samstag, 18. Februar 2012

...gibt's nichts, was nicht zwei Räder transportieren könnten (I)

Von drei Kindern ohne Helm bis zu diesen neun Getränkekästen habe ich in Kolumbien schon ungefähr alles gesehen, was (nicht) auf ein Motorrad passt.

Der flüssige Verkehr und der tiefe Ausschnitt des Mannes, der Lina und mir auch noch eine Kusshand zuwirft, sind eindeutige Indizien: Dieses Foto ist nicht in Bogotá entstanden (sondern bei Neiva).

Samstag, 4. Februar 2012

...sieht man noch Pferdeköpfe durchs Autofenster

Eigentlich sollen vehículos de tracción animal schon seit zehn Jahren aus dem Verkehr gezogen werden, doch muss der Gesetzgeber den Familien, die auf ihr Pferd oder ihren Esel angewiesen sind, erst eine Alternative bieten – zuletzt wurde die Frist um ein weiteres Jahr verlängert.

Donnerstag, 2. Februar 2012

...fahren heute anderthalb Millionen Autos weniger rum

Am heutigen día sin carro müssen alle Bogotanos von 6:30 bis 19:30 Uhr ihre Autos stehen lassen. Letztes Jahr gab es an diesem Tag keinen einzigen Verkehrstoten und es wurde nur etwa halb so viel Kohlenmonoxid in der Luft gemessen wie sonst. Allerdings sind die Straßen nicht wirklich leer - neben den roten Transmilenios, dem einzigen öffentlichen Transportmittel, sind noch rund 52.000 private Busse und Taxis unterwegs.

Anders als an den "autofreien Sonntagen" während der Ölkrise dürfen am "autofreien Donnerstag"
hier außer Polizeistreifen und Krankenwagen noch eine ganze Reihe anderer Fahrzeuge auf die Straße
Quelle: www.bogota.gov.co

Dienstag, 10. Januar 2012

...fahren die Autos nach Stundenplan

Nach den festivos gilt seit heute wieder Pico y Placa in der Stadt: An jedem Wochentag haben Autos mit bestimmten Kennzeichen Fahrverbot; ein Verstoß kostet etwa 100 Euro – die Rechnung geht allerdings nicht auf (so leere Straßen wie auf dem Foto der Stadtverwaltung habe ich hier noch nie gesehen): Wer es sich irgendwie leisten kann, kauft ein zweites Auto, dessen Nummernschild auf einer anderen Zahl endet.

Quelle: www.bogota.gov.co