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Dienstag, 5. Juni 2012

...hat gestern eine Frau im morgendlichen Stau entbunden

Als bei Yuly Dayana Pérez am Montagmorgen die Wehen einsetzten und das gerufene Taxi im Berufsverkehr nicht vorwärts kam, bat ihr Mann eine Polizeipatrouille um Hilfe – trotz Blaulicht* schaffte es jedoch auch diese nicht bis zur Klinik: "Sebastián" kam im Streifenwagen zur Welt.
Pérez mit ihrem Sohn und einem der Polizisten, die bei der Geburt assistierten
Quelle: eltiempo.com
* Habe mich hier übrigens schon immer gefragt, was eigentlich im Inneren von Polizei- und Rettungswagen vor sich geht, die im Stau stehen (das Prinzip "Gasse-Bilden" ist kolumbianischen Autofahrern nicht so geläufig) – immerhin gibt's solche erfreulichen Verläufe... 


Dienstag, 1. Mai 2012

...haben 35.000 Polizisten heute die Mai-Demos bewacht

Bewundernswert, dass die Gewerkschaftler, die am Tag der Arbeit zur großen marcha aufgerufen hatten, weitgehend friedlich blieben* – wenn man bedenkt, dass erst am Freitag einer von ihnen ermordet wurde: der siebte Tote auf Seiten der kolumbianischen sindicalistas in diesem Jahr.

Auch eine Deeskalationsstrategie: die Helme am Schutzschild, den Blick in die Zeitung oder aufs Handy geheftet –
besonders viel schienen die 35.000 Polizisten heute in der Fußgängerzone nicht zu tun zu haben. Foto: Camilo


* die Bilanz: drei Verletzte und 146 Festnahmen

Montag, 9. April 2012

...brüten wir noch über unserem ersten Kolumbien-Krimi


Jetzt, da mein Schwager im Flugzeug gen Bogotá sitzt und wir ihm seinen Osterurlaub nicht mehr vermiesen können, darf ich endlich diesen Eintrag von letztem Sonntag veröffentlichen:

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Gestern Nacht wurde bei uns in El Espinal eingebrochen: Camilos Ledertasche mit Laptop, Aufnahmegerät, Sennheiser-Kopfhörern und wichtigen Unterlagen ist weg – und mein Handy.*

CSI auf Kolumbianisch – der  Cuerpo Técnico de Investigación (CTI) hat die Beweisstücke im Hof nummeriert: ein Messer, das senkrecht im Boden steckte (#2), ein T-Shirt (#3) und eine Kappe (#4), die die Diebe bei der Flucht über Teakholz und Mauer verloren haben.
Zum Glück hatte am Domingo de Ramos ein Macheten-Talent Zeit, die Äste zu stutzen, die zum Nachbargrundstück hinüberragten.



* Irgendetwas (vielleicht das Gebell der Hunde) hat die Einbrecher wohl verjagt: Jedenfalls stand ein Koffer mit 350 CDs, den sie bereits zum "Fluchtbaum" getragen hatten, morgens noch dort; Oles Kamera im Wohnzimmer, wo auch mein Handy lag, müssen sie übersehen haben, und in ein anderes Zimmer als unseres gingen sie nicht mehr – bloß in die Küche, wo sie ein paar Arepas, Apfelsinen, Milch und Avena verputzten und anschließend die Kühlschranktür offen ließen.

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Eine Woche später sind wir übrigens noch nicht schlauer, und von den "Ermittlern" haben wir nie wieder was gehört.

Samstag, 24. März 2012

...geht nur eins von vier Opfern eines Verbrechens zur Polizei

Als mir in einem unserer Urlaube hier die Kreditkarte geklaut wurde, habe ich auch nur Anzeige erstattet, weil ich den Wisch für meine deutsche Bank brauchte – Hoffnung, dass der Dieb gefunden würde, hatten weder ich noch der Polizist...

Dieser repräsentativen Umfrage der Handelskammer Bogotá zufolge mangelt es den meisten, die keine Anzeige erstatten,
an Vertrauen in die Polizei. (Die hübschen roten Markierungen habe ausnahmsweise nicht ich verbrochen.)
Quelle: camara.ccb.org.co

Montag, 19. März 2012

...schlagen fast alle Feiertage eine Brücke zum Wochenende

Außer Weihnachten, Neujahr und Ostern feiern die Kolumbianer ihre festivos immer montags (bei nur 15 Tagen Urlaub im Jahr sind die puentes willkommene Miniferien*) – im März: San José.

Okay: Dieses Video hat überhaupt nichts mit kolumbianischen Feiertagen zu tun.

* Auf dem Rückweg von unserem Kurzurlaub hielt uns heute ein Polizist an. Papiere? Nee. Zu schnell gefahren? Nee. Erst auf Nachfrage kapierten wir, was er wollte: Ob wir in Richtung Bogotá unterwegs seien – und ihn vielleicht ein Stückchen mitnehmen könnten? Der Anblick von Stiefeln und Schlagstock hat mich irgendwie davon abgehalten, um ein Foto zu bitten. Aber wenn ich ihn beschreiben müsste, käme möglicherweise ein solches "Phantombild" heraus...

Montag, 12. März 2012

...twittert die Polizei von Goldminen und Bankräubern

Eigentlich wollte ich nur den Tweet raussuchen, mit dem @PoliciaColombia die Bogotanos zu einer Art Foto-Ausstellung einlädt, um Diebe und Vandalen vom vergangenen Freitag zu denunzieren*; doch als ich las, was der Herzchen-Account innerhalb einer Stunde sonst noch so alles von sich gibt, wähnte ich mich endgültig in einem Italo-Western.

Zugegeben, diese Meldungen habe ich sehr frei übersetzt, und bei der vorletzten ist es mit mir durchgegangen –
näher dran wäre: "Spritklau ist ein Verbrechen. Tanken Sie nicht im Untergrund."  
* ein Wort, das hier übrigens positiv besetzt ist und mir immer wieder Schauer über den Rücken jagt

Dienstag, 21. Februar 2012

...haben Polizisten ein geklautes Handy gekauft – mit Drogen

Unten das Video – und weil ich mich heute nur schwer entscheiden konnte, außerdem ein paar Themen, über die die Haupstädter sonst noch so diskutieren:

- Erinnerung an "la silla vacía", das Ende des Friedensprozesses vor zehn Jahren
- der Unfall von Gustavo Petro, bei dem ein Eskortenpolizist vom Motorrad gefallen ist 
- das Tumorrezidiv von Hugo Chávez*




* Bei Noticias Caracol war diese Nachricht heute Abend sogar die Hauptmeldung, inkl. Live-Schalte zu einem kolumbianischen Onkologen... – die spinnen, die Kolumbianer. ;o)

Montag, 6. Februar 2012

...mangelt es Drogenschmugglern nicht an Romantik

Die 105 Kilo Kokain, die Spürhunde gestern am Flughafen El Dorado entdeckt haben, waren als Blumenlieferung getarnt – weitergehen sollte es in die Stadt der Liebe, nach Paris.

Und der kolumbianische Freund und Helfer selbst hat auch einen Sinn für Kitsch:
"Sie und Ihre Polizei – alle mit demselben Herzen."

Freitag, 13. Januar 2012

...liest sich Twitter wie Polizeifunk

Drei Jugendliche, offenbar betrunken, fahren mit ihrem Auto gegen ein Haus; eine Verfolgungsjagd der Polizei hinterlässt zwei Tote und vier Verletzte (der Streifenwagen stößt mit einem Taxi zusammen); ein Soldat und ein Zivilist werden bei FARC-Angriff verletzt; eine Autobombe tötet zwei und verletzt drei Menschen; das ermordete Baby wird obduziert – ein schwacher Trost, dass nur die erste Nachricht aus der Hauptstadt kommt...