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Dienstag, 14. August 2012

...ist die "Talfahrt" jetzt billiger als die aufm "Gipfel"

Bin heute das erste Mal, seit ich wieder hier bin, in einen Transmilenio gestiegen und war positiv überrascht: In den horas valle (den Talstunden, also der "nicht-rush-hour", von 8 bis 16.30 Uhr) kostet der Fahrschein* nur noch 1400 Pesos, etwa 63 Cent – 17% weniger als zu den horas pico.

Das aktuelle Liniennetz des Transmilenio lässt sich noch nicht ganz mit Berlin oder London vergleichen, aber immerhin wächst es. Quelle: surumbo.com
* mit dem man übrigens so lange und so weit fahren kann, wie man will, solange man das System nicht verlässt

Dienstag, 10. April 2012

...dreht sich nach und nach ein Karussell ins Gefängnis

Heute ist das zweite Urteil im Prozess gegen das carrusel de contratacionesgefallen: Nach dem ehemaligen technischen Direktor des Instituto de Desarrollo Urbano, einem Mann mit dem unschuldigen Namen Inocencio Meléndez, muss nun auch der Unternehmer Julio Gómez ein paar Jahre ins Gefängnis – beide haben riesige Summen öffentlicher Gelder** veruntreut, mit denen eigentlich u.a. die Transmilenio-Strecke Richtung Flughafen ausgebaut werden sollte.

So sah die Calle 26 aus, als vor zwei Jahren plötzlich auffiel, dass die Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig werden – noch immer ist weder die Straße durchgängig befahrbar noch die Transmilenio-Route eröffnet (sollte eigentlich 2010 soweit sein).




* ein Synonym für den größten Korruptionsskandal in der Geschichte der Hauptstadt, weswegen auch der ehemalige Bürgermeister Samuel Moreno seit September 2011 in U-Haft sitzt

** Schätzungen der Contralora General zufolge (dieses Amt entspricht in Deutschland etwa dem Präsidenten des Bundesrechnungshofes) beläuft sich der Schaden auf eine Billion Pesos – mehr als 400 Millionen Euro

Montag, 12. März 2012

...twittert die Polizei von Goldminen und Bankräubern

Eigentlich wollte ich nur den Tweet raussuchen, mit dem @PoliciaColombia die Bogotanos zu einer Art Foto-Ausstellung einlädt, um Diebe und Vandalen vom vergangenen Freitag zu denunzieren*; doch als ich las, was der Herzchen-Account innerhalb einer Stunde sonst noch so alles von sich gibt, wähnte ich mich endgültig in einem Italo-Western.

Zugegeben, diese Meldungen habe ich sehr frei übersetzt, und bei der vorletzten ist es mit mir durchgegangen –
näher dran wäre: "Spritklau ist ein Verbrechen. Tanken Sie nicht im Untergrund."  
* ein Wort, das hier übrigens positiv besetzt ist und mir immer wieder Schauer über den Rücken jagt

Freitag, 9. März 2012

...legen Proteste gegen teure, überfüllte Busse die Stadt lahm

Als einziges (und damit unzulängliches) öffentliches Verkehrsmittel gerät der Transmilenio immer wieder in die Kritik; heute brach die Stadt wegen eines "Passagierstreiks" fast zusammen: Die roten Busse standen still, die Taxi-Zentralen waren völlig überfordert, die Uni Nacional wurde geschlossen, das Pico y Placa-Fahrverbot aufgehoben – und während sich ein Teil der Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei lieferte, raubten andere die Kassen aus...

Quelle: eltiempo.com

Donnerstag, 2. Februar 2012

...fahren heute anderthalb Millionen Autos weniger rum

Am heutigen día sin carro müssen alle Bogotanos von 6:30 bis 19:30 Uhr ihre Autos stehen lassen. Letztes Jahr gab es an diesem Tag keinen einzigen Verkehrstoten und es wurde nur etwa halb so viel Kohlenmonoxid in der Luft gemessen wie sonst. Allerdings sind die Straßen nicht wirklich leer - neben den roten Transmilenios, dem einzigen öffentlichen Transportmittel, sind noch rund 52.000 private Busse und Taxis unterwegs.

Anders als an den "autofreien Sonntagen" während der Ölkrise dürfen am "autofreien Donnerstag"
hier außer Polizeistreifen und Krankenwagen noch eine ganze Reihe anderer Fahrzeuge auf die Straße
Quelle: www.bogota.gov.co